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Dorfchemnitz

Das 12. Jahrhundert dürfte als die Zeit der Erstbesiedlung der Dorfchemnitzer Flure angesehen werden.
So schreibt Benno Reichel in "Die Entwicklung des Hammerwerkes Dorfchemnitz im Kreis Brand-Erbisdorf" erschienen in 'Sächsische Heimatblätter':

"Hier rodeten im 12. Jahrhundert die Siedler die ausgedehnten mit Wäldern bekleideten Hänge...".

 

Sie wurden seßhaft, und sie waren insbesondere Teilnehmer am Siedlungswettlauf, der in dieser Zeit wegen der vermuteten Silbervorkommen in dieser Region einsetzte.

Urkundlich kann belegt werden, daß Sayda 1207, Friedebach 1208 und Zethau auch etwa um diese Zeit bestanden. Da das Chemnitzbachtal gute Existenzbedingungen bot, ist die Besiedlung - sprich Gründung von Dorfchemnitz - in dieser Zeit mit hoher Wahrscheinlichkeit anzunehmen.

In Band 7 von August Schumanns 'Vollständiges Staats-, Post- und Zeitungslexikon

Gebäude des ehemaligen Rittergutes um die Dorfchemnitzer Kirche / Foto: Mario Hamburg

von Sachsen' wird erwähnt, daß Dorfchemnitz bis zum Jahr 1289 mit Purschenstein, Frauenstein u.s.w. unter bömischer Herrschaft gestanden hat.

 

Urkundlich wird Dorfchemnitz erstmals 1324 durch Markgraf Friedrich II. ('den kleinen' - siehe August Schumann) von Meißen erwähnt. Er verleiht den Brüdern von Bergowe aus der Lobdaburg bei Jena das Gebiet zwischen Schweinitz an der Flöha und Müglitz.
In der entsprechenden Lehensurkunde werden u.a. Seiffen, Sayda, Zethau und das Dorf am Chemnitzbach (Kempnice-Kempnitz-Steinbach) genannt.
1365 geben die Herren von Bergowe den nördlichen Teil ihres Besitzes ab und mit Dorfchemnitz, Voigtsdorf und Friedebach wird Herr Nickel von Hartusch (später Hartzsch, Hartisch und von Hartitzsch) belehnt. Er erhällt damit auch das Verfügungsrecht über die Hammer-Gerechtsame.

Die damalige Familie Hartusch gehörte zu dem Freiberger Bürgergeschlecht, und war durch Silberbergbau zu Reichtum gekommen.
Sie waren es auch, die den Kontakt des Dorfchemnitzer Hammerwerkes zum Freiberger Bergbau forcierten.

Mehr als 500 Jahre waren die von Hartitzsch Besitzer des Rittergutes von Dorfchemnitz und trugen mit entscheidend zur Entwicklung des Ortes bei.

1865 übernahm die Familie Lüttichau durch Einheirat das Besitztum des Ritergutes, bis zur Enteignung im Jahr 1945.
Heute sind nur noch Reste der Gebäude des ehemaligen Rittergutes (um Kirche und Pfarrhaus) zu sehen.

In Dorfchemnitz bilden von jeher Landwirtschaft (viele große Höfe zeugen noch heute davon) und Holzindustrie die Haupterwerbszweige.
So waren Mahl-, Öl, und Schneidemühlen, sowie Betriebe der Stuhlindustrie früher im Ort ansässig.
Der Chemnitzbach bot für die Betriebe dazu die nötige Energiequelle.

Seit 1950 gehört die, in einem Seitental des Chemnitzbaches liegende ehemalige Gemeinde Woflsgrund, mit seinen heute ca. 100 Einwohnern, mit zu Dorfchemnitz.